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jetzt hab ich's: Socken! (Eintrag 3211)
Eintrag abgeschickt von Weltenwanderer Mail an Weltenwanderer am 04.07.03 um 09:06 Uhr:
Mitgeteilte Internetadresse: www.tigerakbar.com


Hallo liebe Solenne!

Vielleicht kurz zurück zu dem, was ich mich frage.

Es ging ja darum, offen zu sein, sich so geben zu können, wie einem zumute ist. Frei in seinem Handeln zu sein. Da wäre mal die erste Frage: Kann man das nur dann, wenn man perfekt ist? Also kann dann niemand so handeln, wie er sich fühlt? Hoffnung begraben?

Selbst wenn ich jede Menge Taktgefühl aufwende: Wenn man den wunden Punkt bei jemandem anderen trifft, dann reagiert derjenige fast immer (beleidigt, aggressiv), außer er ist ernsthaft an Selbsterkenntnis interessiert. Und selbst dann: Seinen Schatten erkennt man meist nicht und glaubt einfach im Recht zu sein. Und dann wird mit allen möglichen Argumenten rumdiskutiert, die eigentlich völlig am Thema vorbeigehen (außer jemand darauf Geschultes ist dabei und wie oft ist das). Also muß ich mir beim Taktgefühl einen abbrechen und werde es dann wohl auch oft trotzdem nicht treffen. Klingt jedenfalls verkrampft.

Andererseits: Haben wir nicht festgestellt, daß wir durch Leid am ehesten lernen? Da stellt sich die Frage, was jetzt wichtiger ist: Schmerzarm eine zeitlang zu leben (mit der Sicherheit, daß das Schicksal dann auf jeden Fall einmal zuschlägt - und zwar ohne diese Rücksicht) oder mit ein wenig Verletztheit, aber anzunehmen, daß es gutmeinend ist und vor allem, daß man dadurch an seiner Verwundbarkeit schrauben kann? Braucht nicht gleich Elefant im Porzellanladen sein... wobei jeder andere Vorstellungen von Elefanten hat

Da fällt mir noch was ein: Wir haben ja mal festgestellt, daß, je näher einem wer steht, desto eher er uns verletzen kann. Ist das nicht irgendwie paradox? Ist das nicht ein Zeichen dafür, daß die Beziehung - egal welcher Art die nun ist - eigentlich irgendwo nicht so funktioniert? Wo ist die Grenze zwischen Taktgefühl und Verkrampftheit?

Zitat: "Andere wissen um ihren Schatten nicht Bescheid"
Jetzt mal ganz grad raus: Ist das mein Problem? Wenn ich eine höfliche Offenheit an den Tag lege und das verletzt wen, weil es eben mit seinem Schatten zu tun hat... naja - und?

Zitat: "Was du nicht willst, das man dir tut, das füge auch keinem andern zu. Ja, Zitat: "wir wären weniger verletzt, wenn Offenheit üblicher wäre." Aber es ist eben nicht üblich. Gilt nicht, ich weiss."
Nee, gilt wirklich nicht

Summa summarum: Einerseits wollen wir mehr so sein, wie wir fühlen, aber wenn wir es tun, werden wir immer einsamer werden, weil ja niemand die Offenheit möchte, die verletzt. Aber genau um diese Dinge ginge es dann ja.
Fazit: An sich selbst schrauben, daß einen diese Dinge alle nicht mehr stören (u.a. 2. Versprechen)?

Viele liebe Grüße vom Weltenwanderer
(der auch Hängematten aber in anderen Breiten mag)



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Level(Tiefe) 0 Sich geben, wie einem zumute ist... - Weltenwanderer   03.07.03   22:13   (3202) ... Auf DIESEN Beitrag antworten. Damit wird die Antwort DIESEM hier untergeordnet, statt dem aktuellen obenZum SeitenbeginnDiesen Beitrag als gelesen kennzeichnenDiesen Beitrag mit einem Merker versehen
Obwohl ich eigentlich kein neues Thema anleiern wollte, tu ichs doch, weil sonst verschwindet es, wie es mir schon so oft erging. Irgendwann gestern Nacht, so ab 3146 etwa (meine damit kein militärisches 'dreiundzwanzighundert' statt 23 Uhr, sondern schlicht die Beitragsnummer), ging es um das Thema: Sich so zu geben, wie man fühlt. Daß das gut wäre und das Leben erleichtern würde. Hmm. Im Prinzip ja. Aber.

Würde das nicht bedeuten, daß man es ruhig sagen kann, zwar in netten Worten, aber doch, was einem gefällt (klar! Wer will das nicht hören!) und was einen stört (hmm... ähh... also naja...).
Nehmen wir an, wir sind in einer Runde und gewöhnen uns an, jemandem zu sagen, daß uns sein inhaltsloses Gerede stört oder seine Wichtigtuerei oder er nach Knoblauch riecht. Ein gutes Gefühl, nicht unter Druck zu sein, keine Frage, weil ich habs ja dann los. Nur glaube ich, daß dann auch eines eintritt: Die Schar der Bekannten wird deshalb kleiner, weil sie mich zu fürchten beginnen. Wenn Kindermund die Wahrheit spricht, naja, die Kinderlein, mal kurz rot werden, aber sie sind ja niedlich und so drollig. Aber was Ausgewachsenes wie wir? So in Gesellschaft: "Sag, Dein Körpergeruch - ist das weil du dich so wenig wäschst oder weil du so schnell schwitzt oder genetisch?" ... "Onanierst du eigentlich auch so oft wie dein Bruder?" ... "Soo blöd finde ich eigentlich Elfi gar nicht, wie Du mir neulich gesagt hast..." ... "Kannst du eigentlich nicht bitte mal denken, bevor du was fragst?"

Ehrlichkeit macht einsam...? Dulden oder Offenheit? Wenn es micht 'stört' ist das nicht eigentlich mein Problem? Aber wie ist es, wenn eine gemeinsame Sache betroffen ist? Einer sollte dann ja wohl was tun, nicht? Der Weise schweigt und läßt es sich am A.. vorbei gehen? Aber was ist dann mit den Dickfelligen, die die sanfte Methode beim besten Willen nicht überlauern? Ist das für die (wie eigentlich für jeden) nicht gut? Für die gut aber ich dafür einsam, weil wer will denn schon wen, der alles sagt, was er meint?

Ach ja, viele Fragen wieder mal

Wünsche uns allen angenehmes Zurücklehnen und manchen dazu angenehmes ...

Euer Weltenwanderer...
...der sich sehr freut, daß er Euch alle kennen darf!