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Nach langer Zeit... (Eintrag 8343)
Eintrag abgeschickt von Anima am 15.05.08 um 13:50 Uhr:


Hallo, Ihr Lieben -

schon lange war ich nicht mehr hier. Erst war es Zeitmangel (der ist chronisch bei mir...), irgendwann habe ich mich auch nicht mehr getraut, hereinzuschauen. Ich hatte Angst, niemanden mehr zu kennen. Und auch Angst, dass ich nicht mehr "dazugehöre".

Jetzt also zum ersten Mal seit vielen Monaten wieder hier - und ich "sehe" noch dieselben Gesichter. Das freut mich sehr. Und ich lese auch, dass jeder von Euch / "uns"(?) noch immer gut zu tun hat mit sich und seinem Leben...

Ich habe Ende Februar endlich das sechswöchige Praktikum angepackt, das ich im Rahmen meines Studiums noch absolvieren musste. Ich habe es ewig lange vor mich hergeschoben weil ich nicht wusste, wie das gehen soll: Ein Vollzeit-"Job", dazu noch insgesamt zwei Stunden Hin- und Rückfahrt und gleichzeitig auch meine Aufgaben in der Familie.

Es ging. Besser als befürchtet. Und ich habe SEHR viel davon profitiert - sowohl an fachlichen Einsichten, aber auch auf der menschlichen Ebene durch die Begegnungen mit den PatientInnen (ich habe das Praktikum in einer psychosomatischen Klinik absolviert).

Dann hatte ich es beendet und dachte, nun käme der Endspurt, und ich wäre dann, nach dem Sommersemester, ENDLICH fertig mit dem Studium.

Gleich am Dienstag der ersten Woche nach dem Praktikum rief mich mein Mann mittags an: Er habe solche Magenschmerzen, was ich an seiner Stelle tun würde. Ich habe ihm gesagt, er soll sich sofort von einem Kollegen in die Klinik bringen lassen, die ganz in der Nähe seiner Arbeitsstelle liegt.

Das tat er dann auch, ich selber kam auch bald hinzu und hörte nach dem Ultraschall schon den Begriff "raumfordernder Prozess" fallen. Ich war ja Krankenschwester, da zuckt man schon zusammen.

Mittlerweile sind mehr als fünf Wochen vergangen: Meinem Mann wurde das Sarkom am Magen, das man gefunden hatte, entfernt; es handelt sich um einen sogenannten "GIST". Die Operation kann insofern als erfolgreich bezeichnet werden, als keine Metastasen gefunden wurden. Allerdings war der Tumor schon relativ groß, was die Prognose eher verschlechtert. Ein anderes, ebenfalls relevantes Kriterium ist wiederum eher positiv ausgefallen. Negativ wiederum ist, dass diese Art von Tumor weder auf Chemotherapie noch auf Bestrahlung anspricht. Das einzige Medikament, das derzeit eingesetzt werden kann, verliert nach einer gewissen Zeit seine Wirksamkeit, da die Tumorzellen eine Art Resistenz dagegen entwickeln. Aber die Forschung ist sehr rege auf diesem Gebiet.

Eine sichere Prognose gibt es nicht, die einzige zuverlässige Prognostikerin ist die Zeit. Wir (die Familie und mein Mann) müssen alle erst noch lernen, mit diesem Damokles-Schwert über uns zu leben.

Von meinem Studium bin ich für dieses Semester beurlaubt. Ich muss aber endlich in die Gänge kommen, wenn ich es dann zumindest im Wintersemester abschließen will. Das fällt mir derzeit schwer.

Wir packen das. Ich weiß zwar noch nicht wie, aber es wird gehen. Wie so Vieles all die Jahre auch schon. Also wegen Mitleidsbekundungen bin ich definitiv nicht hier, ich hätte auch wieder einmal vorbeischauen wollen, wenn das alles jetzt nicht so gelaufen wäre.

EVA, deine Ungeduld angesichts der "Ruhe" kann ich trotzdem verstehen. Ich wünsche mir derzeit nichts sehnlicher als endlich Ruhe, aber ich weiß, dass Ruhe manchmal auch als "Lähmung" empfunden werden kann. Ich jage nun aber schon so lange einem Ruhezustand hinterher... Und weiß gleichzeitig, dass man die Ruhe nicht erjagen kann, sondern vielmehr geduldig auf sie warten muss - sie vielleicht auch anlocken muss, wie ein scheues, misstrauisches Tier.

Gerade habe ich mir gedacht: Nein, das weiß ich eigentlich gar nicht sicher, ich denke mir das halt so.

Euch allen liebe Grüße - schön, dass hier doch noch einige vertraute Gesichter sind.

Anima
(ehemals SinnSucherin)



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Level(Tiefe) 0 Ruhezeiten - EVA   13.05.08   07:53   (8340) ... Auf DIESEN Beitrag antworten. Damit wird die Antwort DIESEM hier untergeordnet, statt dem aktuellen obenZum SeitenbeginnDiesen Beitrag als gelesen kennzeichnenDiesen Beitrag mit einem Merker versehen
Guten Morgen!

Schon eine Zeit lang (scheint mir, zu lang) habe ich ein sonderbares Gefuehl, als ob ich still stehen wuerde. Es passiert nichts - es gibt weder positive noch negative Turbulenzen. Ein ruhiges Dahinsein- eigentlich ein Wunsch vieler Leute, doch ich empfinde es irgendwie stoerend.

Ich frage mich, ob es sich um eine normale, ja, vielleicht sogar notwendige Phase in (m)einem Leben handelt, sozusagen eine 'transitive' Periode, wo man sich unbewusst auf Weiteres vorbereitet und wenn es einfach heisst: abwarten. Oder soll man sich einfach aufraffen und bewusst daraus herauswachsen?

Hat jemand hier das auch schon erlebt? Wie war der Ausgang?

Es handelt sich hoffentlich nicht um ein Anzeichen des Alterns, kicher, kicher ...

Liebe Gruesse an alle - vielleicht ergibt sich hier ein Anstoss.

Eure EVA