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Hilfe / Häufige Fragen

...alles ist relativ - wirklich??? (Eintrag 8349)
Eintrag abgeschickt von Anima am 16.05.08 um 15:42 Uhr:


Liebe EVA,

nein, auf keinen Fall musst du rot werden!

Auch ich habe lange Zeit immer versucht, meine eigenen Probleme mir dadurch etwas schöner zu denken, dass ich sie immer am Leid anderer relativiert habe. Das mache ich natürlich auch immer wieder, wenn ich von schweren Schicksalsschlägen höre, die andere Menschen getroffen haben. Aber insgesamt denke mittlerweile doch, dass man das, was einen gerade belastet, auch Ernst nehmen darf. Ich meine damit nicht, dass man sich gleich in jedem Wehwechen suhlen sollte. Aber diesen Eindruck hatte ich bei dir ganz und gar nicht.

Wenn ich einen heftigen Schmerz im kleinen Finger verspüre, dann hilft es mir nichts, wenn ich mir sage, dass anderen gleich die ganze Hand wehtut - mein eigener kleiner Finger schmerzt deswegen immer noch, und auch die Hand des anderen. Aber wenn ich hingegen meinen kleinen Finger ein bisschen pflege und somit dafür sorge, dass er möglichst bald wieder okay und schmerzfrei ist, dann kann ich vielleicht bald wieder dem anderen mit seiner schmerzenden Hand meine Hilfe anbieten. Und dann haben beide was davon.

Das Beispiel klingt sehr konstruiert, aber ich erlebe es eigentlich gerade so: Als ich die Diagnose meines Mannes hörte und er nach der Operation mit seinen vielen Sonden und Wunddrainagen im Bett lag, dachte ich mir auch gleich: Angesichts dessen kannst du doch nicht mehr mit deiner dämlichen Depression daherkommen...

Zum Glück habe ich aber doch inzwischen gelernt, sie ernstzunehmen. Und ich weiß, dass ich gerade jetzt auch sehr auf mich achten muss und darauf, dass es mir gut geht. Denn gerade jetzt, wo mein Mann durch seine Krankheit eingeschränkt ist, werde ich mehr denn je gebraucht. Und diese zusätzliche Verantwortung kann ich auf Dauer nur schultern, wenn ich eben auch für mich mit meiner immer wieder aufflackernden Depression, die angesichts der Gefährlichkeit der Krankheit meines Mannes nebensächlich erscheint, gut sorge. Ich muss mir das selber immer wieder sagen, denn mir geht es wie dir: Ich neige sehr schnell dazu, das Meine als "nicht so schlimm" abzutun.

Also, liebe EVA - sorge gut für dich, hier im Forum und auch in deinem konkreten Leben.

Ganz lieber Gruß an dich -

Anima



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Level(Tiefe) 0 Ruhezeiten - EVA   13.05.08   07:53   (8340) ... Auf DIESEN Beitrag antworten. Damit wird die Antwort DIESEM hier untergeordnet, statt dem aktuellen obenZum SeitenbeginnDiesen Beitrag als gelesen kennzeichnenDiesen Beitrag mit einem Merker versehen
Guten Morgen!

Schon eine Zeit lang (scheint mir, zu lang) habe ich ein sonderbares Gefuehl, als ob ich still stehen wuerde. Es passiert nichts - es gibt weder positive noch negative Turbulenzen. Ein ruhiges Dahinsein- eigentlich ein Wunsch vieler Leute, doch ich empfinde es irgendwie stoerend.

Ich frage mich, ob es sich um eine normale, ja, vielleicht sogar notwendige Phase in (m)einem Leben handelt, sozusagen eine 'transitive' Periode, wo man sich unbewusst auf Weiteres vorbereitet und wenn es einfach heisst: abwarten. Oder soll man sich einfach aufraffen und bewusst daraus herauswachsen?

Hat jemand hier das auch schon erlebt? Wie war der Ausgang?

Es handelt sich hoffentlich nicht um ein Anzeichen des Alterns, kicher, kicher ...

Liebe Gruesse an alle - vielleicht ergibt sich hier ein Anstoss.

Eure EVA