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die geknickte Sonnenblume - der Knacks (Eintrag 8422)
Eintrag abgeschickt von Chrisu am 20.09.08 um 11:58 Uhr:


Liebe kleine Blume und all ihr lieben hier

ich habe gerade nicht viel Raum um viel zu Schreiben -
aber ich habe eine Geschichte von einer Blume aufgeschrieben - und da du "kleine Blume" ja auch dir diesen Namen gabst - stelle ich sie hier spontan einfach mal rein - ohne allzugroße vorreden ...

(leider kann ich die Photos die ich davon gemacht habe - nicht mitschicken ..)

Geknickte Sonnenblume – die hat eine Knacks

Geschichten – immer mehr begeistern sie mich – kurze und lange – traurige und fröhliche – heftige und leichte – nachdenkliche und schwingende …

Hier eine aus der Natur und dem Leben …

Im Frühjahr, wuchs ein Pflänzchen heran – wild – aus dem Samen wohl, von der Sonnenblume die im Vorjahr in unserem Garten stand.
Ich freute mich sehr – und entdeckte schon bald zwei Weitere.

Sie wuchs heran und wurde höher – nur die Blüten ließen eine gute Weile auf sich warten – doch dann erstrahlten viele - nach und nach erwachten sie – streckten sich dem Himmel – oder wohl besser gesagt – der Sonne entgegen.

Jeden Tag genoss ich ihren Anblick – und freute mich an ihrem Strahlen – ihrer Leuchtkraft und Fülle.
Ich stützte sie mit einem festen Stab, damit sie die Stürme nicht brachen – sowie im Jahr davor.

Eines Tages, wohl nach einem dieser Stürme, der Wind und Regen mit sich brachte, entdeckte ich einen geknickten Stengel am Mutterstamm.
Es war eine Knospe daran – aber sie hing an einem langen Stengel fast bis zum Boden und nur noch ein paar Fasern hielten sie noch davon ab, herunterzufallen.
Kurz überlegte ich, ob ich es wegzwicken sollte - aber ich lasse auch gerne scheinbar Abgestorbenes gerne da wo es ist – weil es für mich zum Leben dazu gehört – und ich weiß ja nie genau... außerdem bringt es mir den Lauf der Natur immer wieder nahe …

Nun, die Knospe verdorrte nicht, und auch der Stengel riss nicht vom Grundstock.
Mit aller Kraft bog sich der untere Teil des Stengels mit der Knospe nach oben und blühte auf - groß und strahlend – mit einem dunklen Kern und dann rötlich und dann sonnenfarben.
Grad 10 Zentimeter über dem Erdboden hängend.
Nichts schien anders – als bei den anderen Blüten – nur das ich ihre Ausdauer und ihre Kraft bewundern musste – die aus so wenig Fasern an denen sie noch hing – soviel herauszuholen vermochte – dass sie so herrlich strahlen konnte.

Ja, es schien, als leuchtete sie von unten herauf – der Stengel hat sie tief gesenkt – das Köpfchen dennoch hoch erhoben.

Bienen machen sich an ihr zu schaffen und auch Vögel erfreuen sich ihrer – gleich wie bei den anderen.

Nur - Sie hat einen Knacks – diese Sonnenblume … und doch ist da sogar noch ein Sprössling an ihr …

Und es geht noch weiter –
Denn es kommt der Herbst – die Blüte stirbt – doch tausendfach sind ihre Samen – gleich der anderen – kräftig sind ihre Samen – und ausdauernd – dessen bin ich mir sicher …
Und die Herbstwinde wehen – und laden sie ein – mitzukommen.

Einige holen sich die Vögel – dankbar für die Nahrung ….
Und
Ein paar – so wünsche ich es mir – werden wieder in meinem Garten – fruchtbaren Boden finden.
Chrisu 19.09.08

viele wärmende Strahlen aller Art wünsch ich euch
chrisu



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Gesamter Thread:

Level(Tiefe) 0 Selbstbestimmung und Verhaltensmuster - kleineBlume   19.09.08   14:49   (8418) ... Auf DIESEN Beitrag antworten. Damit wird die Antwort DIESEM hier untergeordnet, statt dem aktuellen obenZum SeitenbeginnDiesen Beitrag als gelesen kennzeichnenDiesen Beitrag mit einem Merker versehen
Hallo Ihr Lieben,

nach ungefähr fünf Jahren habe ich (einst Mogli) nun endlich den Weg zurück in dieses immer noch wundervolle Forum gefunden... und möchte Euch um jeden Gedanken zum Umgang mit eingefleischten (negativen) Verhaltensmustern bitten.

Vor einigen Wochen aufgetaucht aus einem jahrelangen, dunklen Tal kann ich heute zurückblicken und sehen, wie ähnlich das überstandene Tief einigen länger zurückliegenden ist.
Immer wieder die gleichen Fehler: ich begebe mich in eine Abhängigkeit, lege die Verantwortung für das eigene Leben in fremde Hände, Zustände von Nichts-Merken-Wollen, Resignation und willen- bzw. ziellosem Treibenlassen, totale Verleugnung der eigenen Bedürfnisse - so weit, daß ich sie kaum noch wahrnehme…, so weit, daß ich nicht mehr ich, sondern eine gut funktionierende Marionette bin :-(

Das Paradoxe: in den Zwischenzeiten sind mir die Probleme glasklar bewußt, auch die Ursachen soweit sie dieses Leben betreffen, Lösungsansätze wie behutsames, bewußtes und vor allem konsequentes Umtrainieren, (irgendwie) die eigenen Stärken, Vorlieben, Ziele festlegen – oder wenigstens eine Richtung, in die ich laufen will. Doch je genauer ich spüre, was verkehrt läuft, desto schlimmer und ausdauernder sind dann die Rückfälle. Hm.
Auch vor der letzten Periode waren mir die Fehler klar, ich wußte, daß ich meinen eigenen Weg gehen muß (und kann?), daß ich mich selbst kennen lernen muß, meine eigenen Ziele entdecken, Kopf hoch und loslaufen statt zusammengekugelt zu verharren, bis mich jemand zum Rollen zwingt.

Was mich so erschreckt ist, daß ich immer wieder die gleichen Fehler mache, die Phasen der Fremdbestimmung sogar länger und allumfassender werden, die Konsequenzen sich immer tragischer in einem riesigen Problemberg äußern, der sich anhäuft, weil ich nicht in der Lage bin zu sagen STOPP – so nicht mit mir.…

Dienen, sich unterordnen, verletzen, mißhandeln, mißbrauchen lassen…von einem Herren, der keinen Respekt ver-dient, der aber ganz genau weiß, an welchen Schrauben er bei mir drehen muß, um dieses oder jenes Verhalten zu erzeugen… weil ich ihn in der Anfangsphase geliebt habe, ihm vertraut, mich geöffnet , er kennt mich besser als ich mich selber kenne – dabei wären Schutzmauern wohl angemessener gewesen. Da mir das immer wieder passiert, liegt das Problem aber definitiv nicht in diesem anderen Menschen, sondern in mir. Es ist ein Verhaltensmuster, daß mich begleitet solange ich denken kann.

Ich kenne auch das Prinzip des (im Thread untendrunter erwähnten) inneren Kindes - aber was will es? Und vor allem: Wie kann ich ihm das geben? Wie kann ich überhaupt erst einmal wahrnehmen, was es spricht?

Eine Konsequenz (oder die Ursache?) dieser Verhaltensmuster ist, daß ich meine Gefühle meistens nicht richtig wahrnehmen kann. Die letzte halbwegs fühlende Phase war damals vor fünf Jahren, als mich genau diese Gefühle ziemlich überrollt haben, positive wie negative. Ich bin geflohen – letztlich in genau das Tal hinein, aus dem ich jetzt komme. In den letzten Wochen überwiegen die positiven Empfindungen, ich komme mir frei, stark, glücklich vor, lache viel und genieße das Fehlen dieses ungeheuren Drucks, der mich so lange in die Knie zwang. Trotzdem lebe ich weitgehend in meinem Kopf, der Bauch schweigt, das Herz zeigt sich nicht – und damit ist die Welt eher in Grautöne unterteilt als in bunte Farben, weil eben eine Dimension fehlt: die emotionale. Immerhin bringt das eine gewisse Gelassenheit mit sich. Es wirft mich nichts so schnell aus der Bahn, weil nichts ganz und gar an mich herankommt. Ob das ein Vor- oder ein Nachteil ist, weiß ich selber nicht – ist wohl beides.

Soviel Angst den rationalen Teil in mir loszulassen...? Warum?

Die entscheidenden Fragen bleiben:
- Wer bin ICH? Wenn die Fäden der Marionette durchtrennt sind…
- Was will ICH? Wenn ich nicht einem fremden Willen diene…
- Wie finde ich meinen eigenen Weg? Wenn ich nicht alleine laufen kann…
- Wohin bewege ich mich? Wenn ich keine Richtung verfolge…

Früher hat mich besonders innerhalb meiner Familie das Leid verschiedener Mitglieder gequält, weil ich geglaubt habe, es lindern können zu müssen. Heute habe ich keinen Kontakt mehr zu Ihnen.

Der letzte Freundeskreis hier in dieser Gegend gehört zu meinem ehemaligen Gefängniswärter. Ich meide sie alle, denn sie huldigen verschiedenen Drogen.

Meine netten Arbeitskollegen existieren nicht mehr. Ich habe die Arbeit verloren.

Der Mensch, den ich lange geliebt, sehe ich heute mit anderen Augen – ich habe ihm den Rücken zu gekehrt.

Was bleibt ist Einsamkeit, oder eher Alleinsein. Eine große Lektion ist fällig – wenn ich sie begreife und verstehe und lerne… wird dann endlich der Kreislauf unterbrochen? Ich will frei sein…

Und wenn ich nicht lerne? Die falschen Pfade wähle? Wird es dann ein nächstes mal geben, noch schlimmer, noch länger, noch unerträglicher?

Immerhin gehe ich den oben erwähnten Problemberg jetzt an, step by step, auch wenn es aussichtslos erscheint – das ist es nicht. Bearbeiten statt verdrängen, das ist jedenfalls ein guter Anfang.

Ich wünsche Euch allen einen sonnigen Tag wie den vor meinem Fenster – in den ich jetzt hinausgehe um die immer noch wärmenden Strahlen zu genießen!

kleineBlume (Mogli)

Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden!