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der Wechsel im Herbst - spü:rbar (Eintrag 8455)
Eintrag abgeschickt von Chrisu am 29.09.08 um 10:20 Uhr:


Hallo kleine Blume – und alle rundherum ;)

Ich sitze hier gerade auf der Terrasse – die Sonne scheint –
Und doch ist es eisigkalt – hab mir eine Decke geholt –
Der erste Frost liegt noch auf den Dächern –
Aber reingehen mag ich nicht –
Ich liebe das rascheln des Schilfes und die verschiedenen Laute der Vögel –
Und die frische Luft die mich etwas zittern lässt.

Ich bin im Krankenstand – und koste das heute mal so richtig aus etwas herumzulungern
Meine 3 Kinder sind zum ersten Mal – seit 9 Jahren – Vormittags alle außer Haus –
Und das nun regelmäßig – wow.

Ich möchte mich Regenbogen`s Worten anschließen – das hast du wirklich schön geschrieben – und oh ja, das Meer ist groß – das Universum wohl noch um vieles größer …

Es ist halt oft so - dass es leicht ist - wenn alles grad frisch munter und fröhlich - diese Energie dann auch zu genießen -
viel Schwerer im Jetzt zu bleiben, ist es doch in den Phasen wo es grad krampfhaft, schmerzlich , hart und traurig ...

Die letzten Wochen waren bei mir – wie beim derzeitigen Wetter –
Zuerst ziehst du viele Warme Sachen an – und dann im Laufe des Tages schälst du dich wieder raus – weil es so warm wird.
Doch plötzlich versteckt sich die Sonne – und es ist wieder so kalt – das ich dringend wieder den wärmenden Schutz der Jacke brauche.
In einem Moment ist alles friedlich und still –im nächsten explodiert etwas und zerreißt die Stille.
Anfangs hat es mich sehr erschreckt – doch ist es wohl auch diese Umstellung – aus dem Sommer wurde ganz plötzlich der Herbst und brachte so viele andere Regelungen mit sich – das braucht seine Zeit – sich festigen zu können…

Oft waren meine Nerven in letzter Zeit ganz schön angespannt – und ich lauf dann oft gern mit den Kindern in den Wald – oder laufe alleine eine Runde um den See …

Schön das du diesen Tag so besonders genießen konntest und aufnehmen, kleine Blume –
Derzeit erlebe ich auch die heftigen Phasen, als intensiv und lebendig und ja, ich kann sagen auch gut ;)

So jetzt mag ich wieder eine Weile die Vögelchen, die sich ständig an der hängenden Sonnenblume – die nun schon verblüht ist – zu schaffen machen – beobachten -viel ist nicht mehr übrig ;)

Einen sonnig – erfrischenden Tag wünsch ich euch allen
chrisu



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Gesamter Thread:

Level(Tiefe) 0 Selbstbestimmung und Verhaltensmuster - kleineBlume   19.09.08   14:49   (8418) ... Auf DIESEN Beitrag antworten. Damit wird die Antwort DIESEM hier untergeordnet, statt dem aktuellen obenZum SeitenbeginnDiesen Beitrag als gelesen kennzeichnenDiesen Beitrag mit einem Merker versehen
Hallo Ihr Lieben,

nach ungefähr fünf Jahren habe ich (einst Mogli) nun endlich den Weg zurück in dieses immer noch wundervolle Forum gefunden... und möchte Euch um jeden Gedanken zum Umgang mit eingefleischten (negativen) Verhaltensmustern bitten.

Vor einigen Wochen aufgetaucht aus einem jahrelangen, dunklen Tal kann ich heute zurückblicken und sehen, wie ähnlich das überstandene Tief einigen länger zurückliegenden ist.
Immer wieder die gleichen Fehler: ich begebe mich in eine Abhängigkeit, lege die Verantwortung für das eigene Leben in fremde Hände, Zustände von Nichts-Merken-Wollen, Resignation und willen- bzw. ziellosem Treibenlassen, totale Verleugnung der eigenen Bedürfnisse - so weit, daß ich sie kaum noch wahrnehme…, so weit, daß ich nicht mehr ich, sondern eine gut funktionierende Marionette bin :-(

Das Paradoxe: in den Zwischenzeiten sind mir die Probleme glasklar bewußt, auch die Ursachen soweit sie dieses Leben betreffen, Lösungsansätze wie behutsames, bewußtes und vor allem konsequentes Umtrainieren, (irgendwie) die eigenen Stärken, Vorlieben, Ziele festlegen – oder wenigstens eine Richtung, in die ich laufen will. Doch je genauer ich spüre, was verkehrt läuft, desto schlimmer und ausdauernder sind dann die Rückfälle. Hm.
Auch vor der letzten Periode waren mir die Fehler klar, ich wußte, daß ich meinen eigenen Weg gehen muß (und kann?), daß ich mich selbst kennen lernen muß, meine eigenen Ziele entdecken, Kopf hoch und loslaufen statt zusammengekugelt zu verharren, bis mich jemand zum Rollen zwingt.

Was mich so erschreckt ist, daß ich immer wieder die gleichen Fehler mache, die Phasen der Fremdbestimmung sogar länger und allumfassender werden, die Konsequenzen sich immer tragischer in einem riesigen Problemberg äußern, der sich anhäuft, weil ich nicht in der Lage bin zu sagen STOPP – so nicht mit mir.…

Dienen, sich unterordnen, verletzen, mißhandeln, mißbrauchen lassen…von einem Herren, der keinen Respekt ver-dient, der aber ganz genau weiß, an welchen Schrauben er bei mir drehen muß, um dieses oder jenes Verhalten zu erzeugen… weil ich ihn in der Anfangsphase geliebt habe, ihm vertraut, mich geöffnet , er kennt mich besser als ich mich selber kenne – dabei wären Schutzmauern wohl angemessener gewesen. Da mir das immer wieder passiert, liegt das Problem aber definitiv nicht in diesem anderen Menschen, sondern in mir. Es ist ein Verhaltensmuster, daß mich begleitet solange ich denken kann.

Ich kenne auch das Prinzip des (im Thread untendrunter erwähnten) inneren Kindes - aber was will es? Und vor allem: Wie kann ich ihm das geben? Wie kann ich überhaupt erst einmal wahrnehmen, was es spricht?

Eine Konsequenz (oder die Ursache?) dieser Verhaltensmuster ist, daß ich meine Gefühle meistens nicht richtig wahrnehmen kann. Die letzte halbwegs fühlende Phase war damals vor fünf Jahren, als mich genau diese Gefühle ziemlich überrollt haben, positive wie negative. Ich bin geflohen – letztlich in genau das Tal hinein, aus dem ich jetzt komme. In den letzten Wochen überwiegen die positiven Empfindungen, ich komme mir frei, stark, glücklich vor, lache viel und genieße das Fehlen dieses ungeheuren Drucks, der mich so lange in die Knie zwang. Trotzdem lebe ich weitgehend in meinem Kopf, der Bauch schweigt, das Herz zeigt sich nicht – und damit ist die Welt eher in Grautöne unterteilt als in bunte Farben, weil eben eine Dimension fehlt: die emotionale. Immerhin bringt das eine gewisse Gelassenheit mit sich. Es wirft mich nichts so schnell aus der Bahn, weil nichts ganz und gar an mich herankommt. Ob das ein Vor- oder ein Nachteil ist, weiß ich selber nicht – ist wohl beides.

Soviel Angst den rationalen Teil in mir loszulassen...? Warum?

Die entscheidenden Fragen bleiben:
- Wer bin ICH? Wenn die Fäden der Marionette durchtrennt sind…
- Was will ICH? Wenn ich nicht einem fremden Willen diene…
- Wie finde ich meinen eigenen Weg? Wenn ich nicht alleine laufen kann…
- Wohin bewege ich mich? Wenn ich keine Richtung verfolge…

Früher hat mich besonders innerhalb meiner Familie das Leid verschiedener Mitglieder gequält, weil ich geglaubt habe, es lindern können zu müssen. Heute habe ich keinen Kontakt mehr zu Ihnen.

Der letzte Freundeskreis hier in dieser Gegend gehört zu meinem ehemaligen Gefängniswärter. Ich meide sie alle, denn sie huldigen verschiedenen Drogen.

Meine netten Arbeitskollegen existieren nicht mehr. Ich habe die Arbeit verloren.

Der Mensch, den ich lange geliebt, sehe ich heute mit anderen Augen – ich habe ihm den Rücken zu gekehrt.

Was bleibt ist Einsamkeit, oder eher Alleinsein. Eine große Lektion ist fällig – wenn ich sie begreife und verstehe und lerne… wird dann endlich der Kreislauf unterbrochen? Ich will frei sein…

Und wenn ich nicht lerne? Die falschen Pfade wähle? Wird es dann ein nächstes mal geben, noch schlimmer, noch länger, noch unerträglicher?

Immerhin gehe ich den oben erwähnten Problemberg jetzt an, step by step, auch wenn es aussichtslos erscheint – das ist es nicht. Bearbeiten statt verdrängen, das ist jedenfalls ein guter Anfang.

Ich wünsche Euch allen einen sonnigen Tag wie den vor meinem Fenster – in den ich jetzt hinausgehe um die immer noch wärmenden Strahlen zu genießen!

kleineBlume (Mogli)

Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden!