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Noch was - ü:ber gebeugte Blumen ... (Eintrag 8479)
Eintrag abgeschickt von Chrisu am 29.10.08 um 09:08 Uhr:


Da sitz ich gestern - so in meinem Korbsessel - der sogar schon Zug gefahren ist *gg*
und betrachte so das Blütenmeer der lila -Blumen in unserem Garten.

Sie haben einen Meterhohe Stengel - was vor einiger Zeit dazu führte - dass ein Sturm sie zum Großteil niederwarf- nur vereinzelte waren von einem anderen Strauch geschützt.

Ich versuchte sie etwas hochzubinden - aber es gelang mir nur - diese Menge an Stengeln etwas über den Erdboden hoch zu bringen.
So beließ ich es einfach dabei.

Nun, gestern strahlten mich all diese 100te von Blüten an - wunderschöne Schmetterlinge saßen darauf - Tagpfauenauge usw.
Bienen summten in scharen darin herum.

Und da wurde mir beim Betrachten klar - dass ich sie nur deshalb so herrlich betrachten konnte - und auch die Schmetterling beobachten durfte - weil sie so niedergebeugt waren - gebeugt und doch strahlend - in ihrer Blütenpracht - ...



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Gesamter Thread:

Level(Tiefe) 0 Selbstbestimmung und Verhaltensmuster - kleineBlume   19.09.08   14:49   (8418) ... Auf DIESEN Beitrag antworten. Damit wird die Antwort DIESEM hier untergeordnet, statt dem aktuellen obenZum SeitenbeginnDiesen Beitrag als gelesen kennzeichnenDiesen Beitrag mit einem Merker versehen
Hallo Ihr Lieben,

nach ungefähr fünf Jahren habe ich (einst Mogli) nun endlich den Weg zurück in dieses immer noch wundervolle Forum gefunden... und möchte Euch um jeden Gedanken zum Umgang mit eingefleischten (negativen) Verhaltensmustern bitten.

Vor einigen Wochen aufgetaucht aus einem jahrelangen, dunklen Tal kann ich heute zurückblicken und sehen, wie ähnlich das überstandene Tief einigen länger zurückliegenden ist.
Immer wieder die gleichen Fehler: ich begebe mich in eine Abhängigkeit, lege die Verantwortung für das eigene Leben in fremde Hände, Zustände von Nichts-Merken-Wollen, Resignation und willen- bzw. ziellosem Treibenlassen, totale Verleugnung der eigenen Bedürfnisse - so weit, daß ich sie kaum noch wahrnehme…, so weit, daß ich nicht mehr ich, sondern eine gut funktionierende Marionette bin :-(

Das Paradoxe: in den Zwischenzeiten sind mir die Probleme glasklar bewußt, auch die Ursachen soweit sie dieses Leben betreffen, Lösungsansätze wie behutsames, bewußtes und vor allem konsequentes Umtrainieren, (irgendwie) die eigenen Stärken, Vorlieben, Ziele festlegen – oder wenigstens eine Richtung, in die ich laufen will. Doch je genauer ich spüre, was verkehrt läuft, desto schlimmer und ausdauernder sind dann die Rückfälle. Hm.
Auch vor der letzten Periode waren mir die Fehler klar, ich wußte, daß ich meinen eigenen Weg gehen muß (und kann?), daß ich mich selbst kennen lernen muß, meine eigenen Ziele entdecken, Kopf hoch und loslaufen statt zusammengekugelt zu verharren, bis mich jemand zum Rollen zwingt.

Was mich so erschreckt ist, daß ich immer wieder die gleichen Fehler mache, die Phasen der Fremdbestimmung sogar länger und allumfassender werden, die Konsequenzen sich immer tragischer in einem riesigen Problemberg äußern, der sich anhäuft, weil ich nicht in der Lage bin zu sagen STOPP – so nicht mit mir.…

Dienen, sich unterordnen, verletzen, mißhandeln, mißbrauchen lassen…von einem Herren, der keinen Respekt ver-dient, der aber ganz genau weiß, an welchen Schrauben er bei mir drehen muß, um dieses oder jenes Verhalten zu erzeugen… weil ich ihn in der Anfangsphase geliebt habe, ihm vertraut, mich geöffnet , er kennt mich besser als ich mich selber kenne – dabei wären Schutzmauern wohl angemessener gewesen. Da mir das immer wieder passiert, liegt das Problem aber definitiv nicht in diesem anderen Menschen, sondern in mir. Es ist ein Verhaltensmuster, daß mich begleitet solange ich denken kann.

Ich kenne auch das Prinzip des (im Thread untendrunter erwähnten) inneren Kindes - aber was will es? Und vor allem: Wie kann ich ihm das geben? Wie kann ich überhaupt erst einmal wahrnehmen, was es spricht?

Eine Konsequenz (oder die Ursache?) dieser Verhaltensmuster ist, daß ich meine Gefühle meistens nicht richtig wahrnehmen kann. Die letzte halbwegs fühlende Phase war damals vor fünf Jahren, als mich genau diese Gefühle ziemlich überrollt haben, positive wie negative. Ich bin geflohen – letztlich in genau das Tal hinein, aus dem ich jetzt komme. In den letzten Wochen überwiegen die positiven Empfindungen, ich komme mir frei, stark, glücklich vor, lache viel und genieße das Fehlen dieses ungeheuren Drucks, der mich so lange in die Knie zwang. Trotzdem lebe ich weitgehend in meinem Kopf, der Bauch schweigt, das Herz zeigt sich nicht – und damit ist die Welt eher in Grautöne unterteilt als in bunte Farben, weil eben eine Dimension fehlt: die emotionale. Immerhin bringt das eine gewisse Gelassenheit mit sich. Es wirft mich nichts so schnell aus der Bahn, weil nichts ganz und gar an mich herankommt. Ob das ein Vor- oder ein Nachteil ist, weiß ich selber nicht – ist wohl beides.

Soviel Angst den rationalen Teil in mir loszulassen...? Warum?

Die entscheidenden Fragen bleiben:
- Wer bin ICH? Wenn die Fäden der Marionette durchtrennt sind…
- Was will ICH? Wenn ich nicht einem fremden Willen diene…
- Wie finde ich meinen eigenen Weg? Wenn ich nicht alleine laufen kann…
- Wohin bewege ich mich? Wenn ich keine Richtung verfolge…

Früher hat mich besonders innerhalb meiner Familie das Leid verschiedener Mitglieder gequält, weil ich geglaubt habe, es lindern können zu müssen. Heute habe ich keinen Kontakt mehr zu Ihnen.

Der letzte Freundeskreis hier in dieser Gegend gehört zu meinem ehemaligen Gefängniswärter. Ich meide sie alle, denn sie huldigen verschiedenen Drogen.

Meine netten Arbeitskollegen existieren nicht mehr. Ich habe die Arbeit verloren.

Der Mensch, den ich lange geliebt, sehe ich heute mit anderen Augen – ich habe ihm den Rücken zu gekehrt.

Was bleibt ist Einsamkeit, oder eher Alleinsein. Eine große Lektion ist fällig – wenn ich sie begreife und verstehe und lerne… wird dann endlich der Kreislauf unterbrochen? Ich will frei sein…

Und wenn ich nicht lerne? Die falschen Pfade wähle? Wird es dann ein nächstes mal geben, noch schlimmer, noch länger, noch unerträglicher?

Immerhin gehe ich den oben erwähnten Problemberg jetzt an, step by step, auch wenn es aussichtslos erscheint – das ist es nicht. Bearbeiten statt verdrängen, das ist jedenfalls ein guter Anfang.

Ich wünsche Euch allen einen sonnigen Tag wie den vor meinem Fenster – in den ich jetzt hinausgehe um die immer noch wärmenden Strahlen zu genießen!

kleineBlume (Mogli)

Gib jedem Tag die Chance, der schönste Deines Lebens zu werden!