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Hilfe / Häufige Fragen

Rolle des Versorgers (Eintrag 8566)
Eintrag abgeschickt von kleineBlume Mail an kleineBlume am 15.05.09 um 17:22 Uhr:


Hallo Ihr Lieben,

was eine Rolle spielt:
Der Staat übernimmt die Rolle des Versorgers - warum sollten Familien noch füreinander einstehen, sich gegenseitig helfen...?
Ist damit unser soziales Netz einer der Gründe für die Verkümmerung von sozialem Leben???
Klingt paradox.
Trotzdem:
Die NOTWENDIGKEIT sich (innerfamiliär) mit Problemen auseinander zu setzen = sie zu lösen besteht nicht mehr wirklich. Ein Wort gibt das andere, und tschüß, das wars.
Die Familie als Organisationseinheit ist überflüssig geworden (siehe Scheidungszahlen) - die es ausbaden sind oft Kinder, die wenn sie selbst erwachsen sind genauso reagieren...
Das gilt genauso für die (aussterbende?) Dorfgemeinschaft. Es ist im Prinzip kaum noch jemand auf den anderen angewiesen...

Zitat: "Ich kenne unzählige Frauen die nicht in der Lage sind eine Beziehung zu leben. Sie vegitieren als Single dahin, aber können keine Zweisamkeit leben. "
Jo.
In meinem Fall:
Solange die Verbindung noch recht lose ist, „funktioniert " sie scheinbar , aber wehe, sie wird zu eng und damit „bedrohlich“! Dann nehme ich entweder die Beine in die Hand und verschwinde, oder die jahrelang einstudierte Rolle (Sklave) übernimmt die Führung... was mehr mit "FUNKTIONIEREN" als mit (bewußt) Leben zu tun hat.
Da mir das jetzt oft genug so gegangen ist, bleib ich halt allein. Hoffentlich nicht für immer, aber so lange wie nötig.

"In Liebesbeziehungen ersehnen sich wohl alle Menschen Vertrauen, Nähe, Intimität, Erotik und eine tiefe seelische Verbundenheit. Gerade hier, aber auch in engen Freundschaften wird der erlebte Schmerz und der Verlust, den missbrauchte Menschen erlitten haben, ganz besonders deutlich. All diese liebesnotwendigen Fähigkeiten wurden ja bereits in der Kindheit durch Übergriffe im Keim erstickt, zerstückelt, oder massivst im Wachstum behindert. So fehlen logischerweise die wichtigsten Voraussetzungen für den gesunden Aufbau einer Liebesbeziehung oder auch engen Freundschaft."
Soweit zur Theorie.
Meine Therapie ist die Praxis, d. h. die Schule des Lebens. Viele, über Jahre gesammelte kleine Erfolge sind wichtiger als die ewigen Rückfälle. Es mag vielleicht (ein ganzes Leben???) dauern, aber es ist zu schaffen. Gerade indem ich den lange nicht vorhandenen Kontakt zu meiner Familie wieder aufzubauen versuche, "provoziere" ich das wieder auftauchen von alten, verdrängten, inneren Konflikten - und gebe mir damit die Möglichkeit, sie zu FÜHLEN (das ist das Problem), bewußt zu werden und dann... weiß nicht, aber das ergibt sich wenn es so weit ist.

Alles Liebe und Erfolg bei dem, was Ihr gerade tut...
kleine Blume



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Gesamter Thread:

Level(Tiefe) 0 Eine Frage zum Familienleben... - kleineBlume   12.05.09   17:11   (8564) ... Auf DIESEN Beitrag antworten. Damit wird die Antwort DIESEM hier untergeordnet, statt dem aktuellen obenZum SeitenbeginnDiesen Beitrag als gelesen kennzeichnenDiesen Beitrag mit einem Merker versehen
Hallo alle zusammen,

derzeit beschäftigt mich eine Frage:
Warum sind (in Deutschland) viele Familien so zerrissen???

Der Hintergrund:
Ich freunde mich gerade mit einem Arbeitskollegen an, dieser ist Türke und seine Familie und seine Kinder sind absolut sein Leben. Etwas Wichtigeres gibt es für ihn nicht.

Er hat mich gefragt, was mit den deutschen Familien los ist.

Ich selbst habe zu meinen Eltern seit sechs Jahren kaum Kontakt.
Er und ich kennen so viele Menschen, bei denen das so ist.

"Niemand kümmert sich um mich. Ich bin ganz allein." Das ist es, was alte Menschen oft sagen.
"Die können mich kreuzweise, ich will nix mehr mit ihnen zu tun haben." Das sagen die jungen Leute.
Die alte Großfamilie ist längst abgelöst von "Ein-Zimmer-Wohnklos".
Kommunikation findet kaum noch statt.
Abgeschoben ins Alten (oder Kinder-)heim - die Tagesordnung.

Keine Zeit, keine Lust, kein Interesse. Keine Fähigkeit, Zuneigung und Gefühle zu zeigen. Kein Zusammenhalt, keine Loyalität. Statt dessen Zickenterror und Kleinkinderwutverhalten, Vorwürfe um von sich selbst abzulenken usw. usw.

WARUM???

Die üblichen Antworten beginnen mit der geschichtlichen Entwicklung ("alle Kriegs- und Nachkriegsgeschädigt" - im Sinne von keine Emotionen zeigen können) bis hin zu "überentwickeltem Individualismus", Verlust von Werten und Traditionen - bis hin zum entwurzelten "Glauben"...

Was ist da noch?

Die Antwort ist mit Sicherheit komplex.

An die Frage "was mit den Familien los ist" schließt sich direkt die Frage an "WARUM es sich in diese und keine andere Richtung entwickelt". Die gleiche Tendenz ist fast überall wo Menschen kommunizieren (sollten) spürbar.

Unabhängig von den Gründen ist es eine sehr traurige Entwicklung, finde ich. Das einzige, was "man" dagegen tun kann ist vor der eigenen Haustüre kehren... sofern alle Beteiligten dazu bereit sind. Also ruf ich jetzt einfach mal meine Mama an ;-)...

Was denkt Ihr?

Herzliche Grüße
kleineBlume