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Geteiltes Herz (Eintrag 8569)
Eintrag abgeschickt von Weltenwanderer Mail an Weltenwanderer am 23.05.09 um 22:29 Uhr:
Mitgeteilte Internetadresse: www.tigerakbar.com


Hallo Kleine Blume!

Zusammenleben bedeutet - Regenbogen sagte es ja auch schon - sich mit sich auseinanderzusetzen. Und das wollen viele ja gar nicht. Da ist es viel bequemer, die Ursache für die eigenen unangenehmen Emotionen auf den anderen zu schieben und sich ins 'Ein-Zimmer-Wohnklo' zurückzuziehen. Nach dem Motto 'ich brauch ja eh niemanden, denn ich kann eh alles selber. Ist man alleine, dann triffts ja nur einen selber. Bei Alleinerziehenden ist aber leider oft auch das Kind mit dran - als Partnerersatz.

Aber vielleicht ist das ja auch wieder gar nicht so neu. Da gabs doch mal ein altes Lied vom alten Herrn Geheimrat: 'Fürs Putzen hat er eine, fürs Bügeln hat er eine, fürs Kochen hat er eine ...usw.... aber fürs Herz hat er keine.

Heut haben wir ein soziales Netz und sind kaum mehr so wie früher dazu gezwungen, zusammen zu leben. Sogar alleinerziehende Mütter kommen, zwar oft schwierig, aber doch, durch.

Ich finde es auch sauschade, daß kaum mehr wer den Mut dazu aufbringt, sich einzugestehen, daß wir einfach alle nur Menschen sind, mit den Macken, aber eben auch dem Liebenswerten. Es könnte schön sein, sich gegenseitig beim Heilen dieser Macken zu helfen, dem anderen einfach ein Ort sein kann, an den er sich zurückziehen kann, um sich die Wunden des Alltags verbinden lassen zu können. Ja, ist schade. Ich glaub einfach, daß es uns zu gut geht. Und wenn wir keine Probleme an der Basis haben (Maslowsche Bedürfnispyramide), dann machen wir uns eben schnell welche.

Na ja und vermutlich legt die Erziehung auch noch ein ordentliches Schauferl drauf. Die Folgen der 68er-Generation sind nicht so ohne. Lese gerade ein interessantes Buch dazu: 'Warum unsere Kinder Tyrannen werden' von Michael Winterhoff.

Traurig finde ich es allemal, aber ich möchte nicht aufgeben, einfach an das Empathische in jedem zu glauben. Es ist sicher da und blitzt im entscheidenden Moment durch: Das Wissen, daß man zwar sicher alles auch alleine hinkriegt. Daß aber das Leben erst wirklich lebenswert wird, wenn man ein Stück von seinem Hezen jemandem schenken kann. Denn man bekommt dafür auch ein Stück Herz und ich glaube, das ist trotz allem noch das Schönste, was einem widerfahren kann...

Weltenwanderer



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Level(Tiefe) 0 Eine Frage zum Familienleben... - kleineBlume   12.05.09   17:11   (8564) ... Auf DIESEN Beitrag antworten. Damit wird die Antwort DIESEM hier untergeordnet, statt dem aktuellen obenZum SeitenbeginnDiesen Beitrag als gelesen kennzeichnenDiesen Beitrag mit einem Merker versehen
Hallo alle zusammen,

derzeit beschäftigt mich eine Frage:
Warum sind (in Deutschland) viele Familien so zerrissen???

Der Hintergrund:
Ich freunde mich gerade mit einem Arbeitskollegen an, dieser ist Türke und seine Familie und seine Kinder sind absolut sein Leben. Etwas Wichtigeres gibt es für ihn nicht.

Er hat mich gefragt, was mit den deutschen Familien los ist.

Ich selbst habe zu meinen Eltern seit sechs Jahren kaum Kontakt.
Er und ich kennen so viele Menschen, bei denen das so ist.

"Niemand kümmert sich um mich. Ich bin ganz allein." Das ist es, was alte Menschen oft sagen.
"Die können mich kreuzweise, ich will nix mehr mit ihnen zu tun haben." Das sagen die jungen Leute.
Die alte Großfamilie ist längst abgelöst von "Ein-Zimmer-Wohnklos".
Kommunikation findet kaum noch statt.
Abgeschoben ins Alten (oder Kinder-)heim - die Tagesordnung.

Keine Zeit, keine Lust, kein Interesse. Keine Fähigkeit, Zuneigung und Gefühle zu zeigen. Kein Zusammenhalt, keine Loyalität. Statt dessen Zickenterror und Kleinkinderwutverhalten, Vorwürfe um von sich selbst abzulenken usw. usw.

WARUM???

Die üblichen Antworten beginnen mit der geschichtlichen Entwicklung ("alle Kriegs- und Nachkriegsgeschädigt" - im Sinne von keine Emotionen zeigen können) bis hin zu "überentwickeltem Individualismus", Verlust von Werten und Traditionen - bis hin zum entwurzelten "Glauben"...

Was ist da noch?

Die Antwort ist mit Sicherheit komplex.

An die Frage "was mit den Familien los ist" schließt sich direkt die Frage an "WARUM es sich in diese und keine andere Richtung entwickelt". Die gleiche Tendenz ist fast überall wo Menschen kommunizieren (sollten) spürbar.

Unabhängig von den Gründen ist es eine sehr traurige Entwicklung, finde ich. Das einzige, was "man" dagegen tun kann ist vor der eigenen Haustüre kehren... sofern alle Beteiligten dazu bereit sind. Also ruf ich jetzt einfach mal meine Mama an ;-)...

Was denkt Ihr?

Herzliche Grüße
kleineBlume