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Das Wohlbefinden steht vor der Pflicht (Eintrag 8576)
Eintrag abgeschickt von Wüstenblume Mail an Wüstenblume am 09.06.09 um 07:34 Uhr:


Hallo kleine Blume,
ich glaube hier greift auch eine Form des "Verantwortlich" machens....schon der Gedankliche Ansatz...ach wenn ich alt bin kümmern sich wenigstens die Kinder um mich....da kommt eine riesige Verpflichtung in Gang....und erdrückt den anderen Förmlich.
Wenn wir uns jetzt aber mal die Menschliche Evolutionsgeschichte ansehen....zerstreuen wir uns doch immer mehr.
Wie haben denn die Steinzeit und Urzeitmenschen gelebt? In Höhlen, viele Famileien zusammen, ohne räumliche Trennung....gnadenlos Transparent...daruas entwickelten sich dann die Familie....man wollte unter sich sein....nicht mehr so öffentlich alle Dinge mit der Gemeinschaft teilen....dann war da neben der Familie noch die Dorfgemeinschaft die sehr eng und intensiv zusammen lebte....und das zerstreute sich auch mehr und mehr....und nun eben auch in den Familien....
Ich glaube der große Wunsch nach Individualität und Unabhängigkeit ist da ein ganz großer Punkt. Unsere Sozialstruktur erlaubt uns das...noch! Aber ganz gewiß wird sich das verändern....und da ist die Frage wohin...
Ich denke, und sehe zunehmend auch eine Enstehung von sogenannten "Wahlverwandten" und "Generationübergreifende Lebensgemeinschaften". Man will selber entscheiden mit wem man zusammen leben möchte. Das Wohlbefinden steht vor der Pflicht.
Nur ein paar Gedanken dazu.
Ganz liebe Grüße
Wüstenblume



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Gesamter Thread:

Level(Tiefe) 0 Eine Frage zum Familienleben... - kleineBlume   12.05.09   17:11   (8564) ... Auf DIESEN Beitrag antworten. Damit wird die Antwort DIESEM hier untergeordnet, statt dem aktuellen obenZum SeitenbeginnDiesen Beitrag als gelesen kennzeichnenDiesen Beitrag mit einem Merker versehen
Hallo alle zusammen,

derzeit beschäftigt mich eine Frage:
Warum sind (in Deutschland) viele Familien so zerrissen???

Der Hintergrund:
Ich freunde mich gerade mit einem Arbeitskollegen an, dieser ist Türke und seine Familie und seine Kinder sind absolut sein Leben. Etwas Wichtigeres gibt es für ihn nicht.

Er hat mich gefragt, was mit den deutschen Familien los ist.

Ich selbst habe zu meinen Eltern seit sechs Jahren kaum Kontakt.
Er und ich kennen so viele Menschen, bei denen das so ist.

"Niemand kümmert sich um mich. Ich bin ganz allein." Das ist es, was alte Menschen oft sagen.
"Die können mich kreuzweise, ich will nix mehr mit ihnen zu tun haben." Das sagen die jungen Leute.
Die alte Großfamilie ist längst abgelöst von "Ein-Zimmer-Wohnklos".
Kommunikation findet kaum noch statt.
Abgeschoben ins Alten (oder Kinder-)heim - die Tagesordnung.

Keine Zeit, keine Lust, kein Interesse. Keine Fähigkeit, Zuneigung und Gefühle zu zeigen. Kein Zusammenhalt, keine Loyalität. Statt dessen Zickenterror und Kleinkinderwutverhalten, Vorwürfe um von sich selbst abzulenken usw. usw.

WARUM???

Die üblichen Antworten beginnen mit der geschichtlichen Entwicklung ("alle Kriegs- und Nachkriegsgeschädigt" - im Sinne von keine Emotionen zeigen können) bis hin zu "überentwickeltem Individualismus", Verlust von Werten und Traditionen - bis hin zum entwurzelten "Glauben"...

Was ist da noch?

Die Antwort ist mit Sicherheit komplex.

An die Frage "was mit den Familien los ist" schließt sich direkt die Frage an "WARUM es sich in diese und keine andere Richtung entwickelt". Die gleiche Tendenz ist fast überall wo Menschen kommunizieren (sollten) spürbar.

Unabhängig von den Gründen ist es eine sehr traurige Entwicklung, finde ich. Das einzige, was "man" dagegen tun kann ist vor der eigenen Haustüre kehren... sofern alle Beteiligten dazu bereit sind. Also ruf ich jetzt einfach mal meine Mama an ;-)...

Was denkt Ihr?

Herzliche Grüße
kleineBlume