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Tyrannen (Eintrag 8633)
Eintrag abgeschickt von Demian am 04.05.10 um 17:19 Uhr:


Hallo Regenbogen.
Nicht nur mit Kindern ist das so. Du darfst alles, solange dir kein anderer Grenzen setzt. Kindern Grenzen zu setzen ist wichtig, doch Prügel ist dafür nicht notwendig und kontraproduktiv. Prügel ist nichts anderes, als eine Ohnmachtserklärung der Erwachsenen, die meist nicht einmal in der Lage sind, sich selbst Grenzen zu setzen.
Vielleicht gibt es Anlass zum Nachdenken, dass die selben Kinder, die in der Umgebung mancher Eltern austicken, mit anderen Beziehungspersonen aufmerksam, diszipliniert und sensibel sein können. Selbst erlebt mit einem Vierjährigen, der in meiner Umgebung geradezu zum Musterkind wurde.
Man braucht dazu Liebe, doch nicht in Form von Verhätschelung, sondern von achtungsvoller Wahrnehmung. Die meisten Kinder werden nämlich gar nicht wirklich wahr genommen. Dann kommt die Köprersprache, denn kleine Kinder reagieren mehr auf das, wie man etwas sagt, als was man sagt. Sie wissen genau, wenn etwas so gemeint ist, oder auch nicht.
Ganz schlimm sind sogenannte double binds. Der Inhalt der Sprache des Erwachsenen steht im Widerspruch zu seiner Körpersprache. Das kann ein Kind geradezu in den Wahnsinn treiben.



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Gesamter Thread:

Level(Tiefe) 0 Eine Frage zum Familienleben... - kleineBlume   12.05.09   17:11   (8564) ... Auf DIESEN Beitrag antworten. Damit wird die Antwort DIESEM hier untergeordnet, statt dem aktuellen obenZum SeitenbeginnDiesen Beitrag als gelesen kennzeichnenDiesen Beitrag mit einem Merker versehen
Hallo alle zusammen,

derzeit beschäftigt mich eine Frage:
Warum sind (in Deutschland) viele Familien so zerrissen???

Der Hintergrund:
Ich freunde mich gerade mit einem Arbeitskollegen an, dieser ist Türke und seine Familie und seine Kinder sind absolut sein Leben. Etwas Wichtigeres gibt es für ihn nicht.

Er hat mich gefragt, was mit den deutschen Familien los ist.

Ich selbst habe zu meinen Eltern seit sechs Jahren kaum Kontakt.
Er und ich kennen so viele Menschen, bei denen das so ist.

"Niemand kümmert sich um mich. Ich bin ganz allein." Das ist es, was alte Menschen oft sagen.
"Die können mich kreuzweise, ich will nix mehr mit ihnen zu tun haben." Das sagen die jungen Leute.
Die alte Großfamilie ist längst abgelöst von "Ein-Zimmer-Wohnklos".
Kommunikation findet kaum noch statt.
Abgeschoben ins Alten (oder Kinder-)heim - die Tagesordnung.

Keine Zeit, keine Lust, kein Interesse. Keine Fähigkeit, Zuneigung und Gefühle zu zeigen. Kein Zusammenhalt, keine Loyalität. Statt dessen Zickenterror und Kleinkinderwutverhalten, Vorwürfe um von sich selbst abzulenken usw. usw.

WARUM???

Die üblichen Antworten beginnen mit der geschichtlichen Entwicklung ("alle Kriegs- und Nachkriegsgeschädigt" - im Sinne von keine Emotionen zeigen können) bis hin zu "überentwickeltem Individualismus", Verlust von Werten und Traditionen - bis hin zum entwurzelten "Glauben"...

Was ist da noch?

Die Antwort ist mit Sicherheit komplex.

An die Frage "was mit den Familien los ist" schließt sich direkt die Frage an "WARUM es sich in diese und keine andere Richtung entwickelt". Die gleiche Tendenz ist fast überall wo Menschen kommunizieren (sollten) spürbar.

Unabhängig von den Gründen ist es eine sehr traurige Entwicklung, finde ich. Das einzige, was "man" dagegen tun kann ist vor der eigenen Haustüre kehren... sofern alle Beteiligten dazu bereit sind. Also ruf ich jetzt einfach mal meine Mama an ;-)...

Was denkt Ihr?

Herzliche Grüße
kleineBlume