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Bowling for Columbine (Eintrag 13)
Eintrag abgeschickt von Solenne Mail an Solenne am 08.04.03 um 22:26 Uhr:


USA/Kanada/D 2002
Regie: Michael Moore
Darsteller: Michael Moore, George W.Bush, Bill Clinton, Charlton Heston
Länge: 119 Min.
OSCAR in der Kategorie 'Bester Dokumentarfilm" (habt ihr zufällig die flammende Rede Moores anläßlich der Preisverleihung gesehen?)

Wir haben bereits im Hauptforum mehrmals darüber gesprochen, aber ich kann es mir nicht verkneifen, diesen Film hier in der Filmecke nochmals etwas genauer darzustellen.

Michael Moore (Autor des Buches 'White Stupid Man'), der große Wilde des Dokumentarfilms, fällt gern mit der Tür ins Haus. Und das im wahrsten Sine des Wortes. Um die zentrale These seines Films - die
US-Amerikaner leben in fast schon neurotischer Angst und darum ständig mit dem Colt im Anschlag für die permanente Selbstverteidigung - zu stützen, fährt er nach Kanada, um diese Paranoia auf ihre Einmaligkeit hin abzuklopfen. Er läuft von Haus zu Haus, rüttelt an den Türen und steht, weil sie nicht verschlosssen sind, mitten im Hausflur. Ein Feldversuch, der trotz seines ernsten Themas an Komik seinesgleichen sucht. Die verdutzten Hausbewohner bleiben jedenfalls gelassen, von Panik keine Spur. Moore entschuldigt sich und gesteht kopfschüttelnd, dass soviel mangelndes Sicherheitsbedürfnis in den Staaten undenkbar sei. Der Türentest als Gradmesser der Befindlichkeit einer Nation.

Zurzeit sind ca. 250 Millionen Schusswaffen im Umlauf. Jedem amerikanischen Bürger wird "zur Sicherheit des Staates" das Recht auf Waffenbesitz zugesprochen. Man bekommt Gewehre als Willkommensgeschenk bei Eröffnung eines Bankkontos und Patronen als Zugabe zum Haarschnitt beim Friseur.

Die beiden Schüler hatten daher keinerlei Probleme, an Gewehre zu kommen, als sie am 20. April 1999 kurz nach ihrem Bowling-Kurs in der Columbine Highschool/Littleton zwölf Schüler und einen Lehrer töteten.

Moore pfeift auf soziologische Methoden. Er beobachtet nicht nur, sondern er agitiert. Er liefert nicht nur Fakten, sondern will uns von seinen Thesen überzeugen. Er analysiert nicht, sondern polemisiert. Mit lakonischem Zynismus und beißendem Witz geht er auf eine wahnwitzige Reise in das Herz Amerikas.

Meine Meinung:
Ein Pflichtfilm.
Aber Vorsicht: Moore polarisiert und zeigt die aufgegriffenen Themen aus seiner speziellen Sichtweise. Nicht alle Amerikaner sind Waffennarren, so wie nicht alle Österreicher jodeln können.

Das meint die 'Presse':
Manchmal, da lacht man auch in Moores zynisch-humoresk-bitterer Doku.
Es ist ein Lachen, das einem stets im Hals stecken bleibt, und Fassungslosigkeit stellt sich ein angesichts so vieler stupider Äußerungen.



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